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Hart2Horse2011

30.08.2011 - Hart2Horse 2011 - Fragen Sie den Experten!

Hart2Horse 2011 - Fragen Sie den Experten!

Hart to Horse 2011

James Hart beantwortet Ihre Fragen...

 

  • Ihr Pferd hat gesundheitliche Probleme und oder befindet sich an einer Leistungsgrenze?
  • Sie möchten wissen, was der bekannteste und meist zitierte Spezialist in der Phytotherapie f. Pferde dazu sagt?

James gibt Antworten auf Ihre Fragen, diskutiert neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in der Pflanzenheilkunde und  gibt praktische Anwendungstipps. 


Nachfolgend finden Sie einige Fragen und Antworten, die wir über die letzten Jahre gesammelt haben. Wenn Ihre Frage nicht dabei ist, dann freuen wir uns über eine e-mail unter info@green-e-lite.com!

Viel Spass beim Lesen :-)

 

Ihr Green-E-lite Service-Team 

 

Hart2Horse-Themenauswahl:

 

Fliegenabwehr Schutz durch essentielle Öle?
Kräuter Die bessere Alternative?
Mauke Dauerproblem oder beherrschbar?
Natürlicher Sonnenschutz Selbst hergestellt!
Strahlpilz Eine Ernährungsfrage


Warum Kräuter die bessere Alternative sind

Das Pferd, ein Pflanzenfresser:

Als Pflanzenfresser haben sich Pferde im Laufe der Evolution darauf spezialisiert,  Grasland nach einer ganzen Reihe von Grünpflanzen abzusuchen , die die notwendigen Balast-, Nährstoffe und Vitamine zum Leben enthalten.
Intaktes Grünland besteht aus hunderten von Pflanzenarten. Dazu gehören wilde Grasssorten, Kräuter, Heckenpflanzen, Bäume etc.  Betrachtet man diese Angebotspalette, so stellt man fest, daβ die Natur dem Pferd ursprünglich alle lebensnotwendigen Kräuter und Heilpflanzen bereitgestellt hat.

Die moderne Grünlandschaft

Die heutige moderne Weidelandschaft bietet unseren Pferden diese Vielfakt nicht mehr. Sie ist  beschränkt auf einige wenige Futrpflanzen, die - aufgrund der räumlichen Beschränktheit - besonders trittfest und schnellwühsig sein müssen.  Ansonsten  erinnert bei den Saatgutmischungen nur wenig an die ursprüngliche Zusammensetzung von Graslandschaften.

Aus diesem Grunde findet die notwendige Versorgung mit Mineralien in der Box und am Futtertrog statt.  Hier versorgt der Reiter sein Pferd mit Allerlei aus der Futtermittelindustrie. Leider wird dabei oft ausser Acht gelassen, daβ Pferde künstlich hergestellte Vitamine und Mineralien nur schwer  verarbeiten und aufnehmen.  Das Verdauungssystem von Pflanzenfressern ist auf die Verarbeitung von pflanzlicher Nahrung ausgelegt, nicht aber auf die Aufspaltung von künstlich hergestellten Futterstoffen.


Futterergänzungen aus der Natur

Deshalb sollten natürliche Futterstoffe die erste Wahl bei der Nahrungsergänzung sein. Hierbei bieten Kräuter eine ganze Menge von essentiellen VItaminen, Mineralien und Nährstoffen,  die das Pferd für seine körperliche und mentale Gesunderhaltung benötigt.
Mit Hilfe von  Kräutern kann man das Pferd sowohl vorbeugend versorgen, als auch Krankheitsbilder  des Atmungsapparates und des Verdauungssystemes behandeln. Ebenso wirksam ist der Einsatz bei Allergien, Verhaltensstörungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.  Sie wirken ausserdem auch unterstützend auf bestimmte Organe, den Knochenbau und das Nervensystem. Bei richtiger Anwendung  stellen Kräuter eine sanfte und extreme wirksame Alternative dar.

 

Wenn Sie noch Fragen haben...

James Hart beantwortet Ihnen gerne alle Fragen rund um Kräuter für Pferde. Im Anhang haben wir Ihnen schonmal eine pdf-Datei mit den häufigsten Fragen zum Download bereitgestellt. Sollte Ihre Frage nicht dabei sein, können Sie gerne Kontakt mit uns aufnehmen.

 

 

Mauke - Dauerproblem oder beherrschbar?

Tips von James zum Thema Mauke. 

 

Ich habe ein Problem,  dass in deiser Jahreszeit viele andere Pferdebesitzer auch haben werden. Ich habe einen 13-jährigen Wallach, mit  einer weißen Socke auf seinem Hinterbein. Er hat chronische Mauke, die in seiner Fesselbeuge anfing und sich nach und nach ueber den gesammten Fesselbereich ausgebreitet hat. Ich reinige die Fessel jeden Tag und benutze derzeit eine Zink-/ Rizinusöl - Crème von meinem Tierarzt, die mit Antibiotika versetzt ist. Sie hilft tatsaechlich, denn die Mauke ist am Abklingen, aber  ich frage mich, ob es etwas gibt, dass ich Ihm praeventiv mit dem Futter verabreichen kann ( Kräuter etc.)

mudfever1.jpg


Dabei habe ich noch Glueck, da ich  mein Pferd direkt auf meinem Grundstueck halte und mich jeden Tag um die Pflege des betroffenen Beines kuemmern kann. Aber was passiert mit den Pferden, deren Besitzer nicht in der Lage sind, sich so intensive um ihr Pferd zu kuemmern? Mit welchen Langzeitschaeden ist zu rechnen?


Laura, Auckland - New Zealand

 

 

James Hart:

Da Sie bereits Ihren Tierarzt konsultiert haben, ist es unangebracht, mich direkt zu der Behandlung zu äuβern, aber die gesamte Thematik der Mauke  ist von dauerhaftem Interesse.


Die tierärztliche Bücher vermitteln  uns, dass Mauke durch ein spezielles Bakterium verursacht wird -  Dermatophilus congolensis. Die Infektionen betreffen die oberflächlichen Schichten der Haut (Epidermis) und sind gekennzeichnet durch die Bildung von Krusten oder Schorf. Die Größe und die chemische Zusammensetzung der Dermatophilus congolensis definieren es als ein Bakterium, aber es verhält sich wie ein Pilz, was vielleicht einer der Gründe ist, warum Mauke manchmal so schwer zu behandeln ist.

Herkunft und Symptome:
Wir alle neigen dazu, jede grobe, räudige Dermatitis der Fessel und Unterschenkel als Mauke zu  bezeichnen, aber es gibt eine Reihe von Krankheitserregern, die diese Symptome verursachen können, einschließlich Pilze und Milben, sowie Dermatophilus congolensis. Manche sind auch der Auffassung, dass die  Etablierung von Dermatophilus Bakterien die Grundlage für  andere opportunistische Infektionen ist.
Die Bakterien leben vermutlich im Boden, wo sie von Jahr zu Jahr zu überleben, aber das wahrscheinlichste Reservoir der Infektion ist die  Haut von Tieren, die keine Symptome der Infektion zeigen, aber deren Träger sind.
Die Bakterien können in normale, gesunde Haut nicht eindringen! Die natürlichen Öle der Haut sind die erste Verteidigunslinie. Wenn sie entfernt oder durch häufiges Waschen und/oder ständiger Nässe reduziert werden, wird die Haut rissig und die Bakterien können eindringen. Tiefer Schlamm ist besonders schlimm, da es der Haut  sehr schnell Öl zu entziehen scheint. Er kann ausserdem kleine Steine ​​und Stöcke enthalten, die die Haut aufkratzen, so dass die Bakterien hineingelangen koennen. Selbst im Sommer kann zu  häufiges Waschen der Haut ihre natürliche Öle rauben und kleine Kratzer reichen aus, um dem Bakterium einen Nährboden zu verschaffen.
In schweren Fällen koennen die Beine anschwellen und das Pferd kann Schwierigkeiten beim Laufen haben. Wenn Mauke  nicht unverzüglich behandelt wird, kann die Infektion auf die Sehnen uebergreifen. Wir haben Fälle gesehen, bei denen es den Pferden so schlecht ging, dass dem Besitzer von seinem Tierarzt geraten wurde, das Pferd von seinem Leiden zu erlösen.


Behandlungsmöglichkeiten mit Kräutern:

Wenn das Immunsystem funktioniert wie es sollte, wird sich die Mauke bei einem Pferd nicht etablieren können. Beim Einsatz von Kräutern betrachtet man  daher nicht nur eine topische Behandlung, sondern auch Unterstützung des Immunsystems.
Einige interessante Untersuchungen an Rindern in Benin haben gezeigt, dass die topische Behandlung mit lokalen Pflanzenextrakten wirksamer war, als der "chemische Ansatz" mit Antibiotika. Die Test-Tiere hatten eine bessere Gesundungsrate und blieb laenger infektionsfrei. Leider stehen die Pflanzen, die in diesem Test verwendet wurden, bei uns nicht ohne Weiteres zu Verfügung, aber dies ist sicherlich ein Bereich, dem man einige ernsthafte  wissenschaftliche Studien widmen sollte.

Wir haben alle Arten von Behandlungen ausprobiert und haben herausgefunden, dass der effektivste Ansatz ist , zunächst die Krusten zu entfernen und  dann mit der Behandlung zu beginnen.

Übrigens, seien Sie vorsichtig, wenn bei der Behandlung von Mauke, da sie sich auch auf den Menschen übertragen kann und die Bakterien sich in den Krusten für bis zu 42 Monate halten (Oklahoma State Universität.) Wenn Sie also Schorf im Stallbereich entfernen, ist es  wichtig, diese ordnungsgemäß zu entsorgen. 

Die zu reinigenden Flächen sind schmerzhaft, also seien Sie vorsichtig! Wir decken den Bereich großzügig mit Vaseline ab , wickeln es in Watte und bandagieren es über Nacht.  Am Morgen entfernen wir den Verband vorsichtig  und der meiste Schorf löst sich dabei gut. Bei Bedarf wiederholen wir diesen Vorgang. Dann waschen wir die Stelle mit warmem Wasser und milder Seife. Eine Teebaum-Seife ist wirklich gut.
Lassen Sie die Fläche erst gut trocknen , bevor Sie sie behandeln. Wenn die Infektion sehr stark ist,  müssen Sie die betroffenen Stellen wahrscheinlich bis zu einer Woche bandagieren. Bei weniger umfangreichen Infektionen  lassen Sie Alles offen, aber halten Sie es sauber und trocken.

Trocken halten und Pflegen...

ACHTUNG, nicht zuviel Waschen!!! Waschen Sie den Bereich zu viel, entziehen Sie der Haut die natürlichen Öle, die Teil der Immunabwehr sind. Auch ohne Mauke kann übermäßiges Waschen zu Problemen führen.   Vorbeugend kann man aber Lorbeer-Öl oder Calendula-Öl auf den Kron- und Fessel-Bereich auftragen.

Fest steht: Bei einer starken und/oder anhaltenden Infektion (oft ist es Beides), sollte sowohl intern als auch extern behandelt werden. Hierbei sind die  wichtigsten Maßnahmen  Kräuter zur  Immunstimulation, aber auch zur Unterstützung der Leber, sowie  der Einsatz von anti-bakteriellen und Wundheilmitteln.Nach einigen Versuchen haben wir eine wirksame Mischung aus Kräuterextrakten zusammengestellt, die sowohl anti-bakterielle, als auch anti-fungizide-Kräuter enthält. Wir geben die Kräuter in eine Sprühflasche, sodaβ man die Mischung auf die infizierten Stellen auftragen kann, ohne die Fläche zu berühren. Bei weniger schweren Infektionen, bereiten wir eine Creme, die weniger konzentriert ist. Wir verwenden die Creme mehr als vorbeugende Massnahme, um kleine Kratzer und Kerben zu behandeln.
Eine Kombination von Echinacea, Pau d'Arco, Calendula und Berberitze wäre die Art Kräuterauszug, die wir vorschlagen würden. 

  • James Hart Solutions "Reinigung" ( Purify)
  • James Hart Solutions "ReizAde" ( AllergAllay)
  • Vorbeugend Salbe mit Berberitze und Calendula oder Calenudla-Öl

 

Es ist wichtig, dass die Behandlung  noch für etwa eine Woche fortgesetzt wird, nachdem  alle Symptome verschwunden sind. Es kann auch sein, dass die Haut noch für einige Zeit entzündet bleibt und rosa ist. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Infektion immer noch vorhanden ist. Sie müssen gerade dann dafür sorgen, dass die Behandlung weitergeführt wird, bis die Haut ihre normale Farbe zurück hat und sich normal anfühlt. Sie müssen den Bereich täglich behandeln und konsequente Fortführung ist ausschlaggebend für den Heilungsprozess.
.
Mit Konsequenz und Ausdauer in der Behandlung kann man Mauke besiegen.!


Fliegenabwehr - Schutz durch essentielle Öle?

James verrät sein Rezept...

 

BlattFlasche.jpg

 Haben Sie ein gutes Rezept für ein selbstgemachtes Fliegenabwehr-Mittel? Ich dachte an Citronella, Lavendel-Öl  und  Teebaum-Öl?

 Anonym, Auckland

 Das Problem mit Fliegenschutzmitteln aus essentiellen Ölen ist, dass  sie  durch die Körperwärme des Pferdes sehr  schnell  verdunsten - aber hier ist ein Rezept, dass Sie vieleicht mal probieren sollten:

  2 Becher  Apfelessig
  2 Becher kalter Salbei - oder Kamillen-Tee
  20 Tropfen Eukalyptus - Öl
  20 Tropfen Citronella - Öl
  10 Tropfen Lavendel - Öl
  10 Tropfen  Teebaum - Öl
  10 Tropfen Zedern - Öl
  20 Tropfen  Emulgator, wie z. Bsp. Polysorbat 20


  Wir haben dieses Rezept nicht selbst getestet,  aber die Mischung an sich erscheint uns gut.  Aber, da die Mischung  auf   essentiellen Ölen basiert, muss man sie öfters auftragen, als andere Mittel.
  Um dieses Problem zu umgehen bevorzugen wir andere Mischungen.  

  Unsere Rezepte basieren alle auf Neem-Öl ( Margosa, Indischer Flieder…)gemischt mit einer Wermut-Tinktur.  Neem-Öl  ist  kein essentielles Öl  und ist daher nicht flüchtig.  Der Alkohol in der Wermut- Tinktur erschwert  jedoch eine Emulgation, deshalb empfehlen wir , das o.e. Rezept  mit Neem-Öl  zu versuchen.  Reines Neem-Öl kann man in Gartenzentren bekommen und auch über das Internet.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch erwähnen, dass der Einsatz von Citronella in Europa umstritten ist, da einige Pferde allergisch darauf reagiert haben.

Natürlicher Sonnschutz selbstgemacht?

Wie man die Haut in der Sonne gesund erhält

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Ich habe vor Kurzem ein Pferd mit weiβer Blesse und rosa Nase gekauft und denke es wird an diesen Stellen besonders empfindlich auf die Sonne reagieren. Ich möchte mein Pferde ncht zu einen "Dauerhalfter-Träger mit Sonnenhut" machen, den ich halte das für gefährlich und unbequem. Was ist Ihrer Meinung nach ein gutter Sonnenschutz - einer, den man selbst herstellen kann? Oder gibt es etwas, was ich meinem Pferd füttern kann, damit es weniger empfindlich gegen Sonnenstrahlung wird?

Sonny, Wellsford

 

Sonnenbrand ist ein spezielles Thema in Neuseeland, da hier die UV-Strahlung starker ist, als  in anderen Teilen der Welt.

Soweit mir bekannt ist, gibt es keinerlei Kräuter, die helfen würden, eine Sonnenlichtempfindlichkeit zu minimieren.  Einige Wissenschafter in London haben jedoch herausgefunden, daβ ein Extrakt aus schwarzem Pfeffer die Melanozytenproliferation fördert.
Die Melanozyten sind diejenigen Zellen, die Melanin als natürliche Abwehr gegen UV-Strahlen produziert, wobei es die uns bekannte bräunende Wirkung erzeugt. Man muss abwarten udn sehen, welche weiteren Ergebnisse aus dieser Studie hervorgehen werden.

Ein guter Sonenschutz sollte dafür Sorge tragen, daβ die natürlichen Öle und Feuchtigkeit in der Haut erhalten bleiben, die ansonsten durch die Sonnenstrahlung verloren gehen und gleichzeitig sollte er der Haut Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen bieten.
Äuβerlich können Sie Ihr Pferd durch das Aufbringen von "menschlicher" Sonnencreme schützen. Wir verlassen uns da immer auf die gute alte Zink-Creme, aber das ist ein wenig schmudelig...
Wenn Sie möchten, dann versuchen Sie doch etwas mit einem etwas besseren Feuchtigkeitseffekt.

Ich kann Ihnen da dieses Rezept empfehlen:

  • 3 Esslöffel Sesam-Öl
  • 3 Esslöffel nicht raffiniertes Avocado-Öl
  • 1 Esslöffel Shea-Butter
  • Titanoxid

Diese Öle versorgen die Haut nicht nur mit Feuchtigkeit, sondern liefern auch einen niedrigen SPF von ca. 10. Aber, da hiermit der Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen nur begrenzt möglich ist, sollten Sie unbedingt noch Titanoxid hinzufügen, um die SPF-Schutzfunktion zu erhöhen.

Wir haben dieses Rezept nicht selbst ausprobiert, aber es sollte wirken.

Jame

Strahlpilz - auch eine Ernährungsfrage...

James erklärt, wie man Pilze im Darm bekämpft.

 

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Mein Pferd geht seit Kurzem barfuβ und eigentlich kommt es damit gut zurecht.  Wie wir jedoch festgestellt haben, hat er eine ziemlich heftige Pilzinfektion in den seitlichen Strahlfurchen ( Strahlpilz) , die wohl systemisch bedingt ist.
Jedesmal, wenn wir auf Besserung gehofft haben, tauchte eine neue infizierte Stelle auf. Langsam aber sicher bekommen wir die Infektion jetzt unter Kontrolle, aber mir wurde empfohlen, die Nahrung umzustellen und meinem Wallach einen gröβeren Anteil an pflanzlicher Nahrung ( Kräutern) zukommen zu lassen - am Besten das, was er sich selbst aussucht.
Am Anfang des Jahres habe ich Ihn weg von der Weide am Meer auf eine Weide in die Berge umgestellt, wo die Bäume und Kräuter, die er sonst gerne gefressen hat nicht wachsen. Also habe ich mir täglich ein "Pflanzenbouquet" mit diesen Pflanzen besorgt und meinen Wallach davon fressen lassen. Soweit so gut - mir wurde ja gesagt, er würde nur das fressen, was sein Körper braucht. 
Seine jetzige Weide ist relative "unkraut-frei" - bis auf Disteln, die er aber mit Freude vertilgt, wenn sie blühen - und ich hätte von Ihnen gerne gewuβt, ob Sie mir ein Zusammensetzung an Heilpflanzen empfehlen könnten, die ich in sogenannten "Inseln" oder Kräuterapotheken"  auf seiner Weide anpflanzen könnte. Damit kann er sich dann selbst versorgen und ich muss nicht immer "Blumen pflücken"…

Insgesammt macht der Wallach einen gesunden Eindruck, hat schöne Hufe und der gesamte Strahl wächst wieder ordentlich. Man hat mir gesagt, daβ Äpfel und Karotten zuviel Zucker enthalten und deshalb ebenfalls von der Futterliste zu streichen seien - wie überhaupt Zucker gestrichen werden muss, um die Pilzinfektion zu bekämpfen. ( Deshalb ja auch das "Pflanzenbouquet" )
Das ganze "Barfuβ- und Kräuter-Thema" ist neu für mich und ich hätte gerne eine Empfehlung von Ihnen, welche Pflanzen nun tatsächlich gut für die Gesundheit meines Pferdes sind.

Vielen Dank schonmal im Voraus 

Sonny, Dunedin- Neuseeland

 

Strahlpilz muss konsequent behandelt werden!

 

Strahlfäule wie auch Strahlpilz sind ernstzunehmende Probleme, weil das Pferd durch die Schmerzen im hinteren Teil des Hufes eine unnatürliche Fußung (Zehenfußung) entwickeln kann. Dadurch werden wiederum Sehnen, Bänder und Gelenke überlastet. Außerdem führt die Zehenfußung zu falscher Abnutzung und damit zu Fehlstellungen und Deformierung der Hufe wie z.B. Bockhufen. Erste Anzeichen sind kurze Schritte und Fühligkeit, später Empfindlichkeit beim Auskratzen, tiefe Strahlfurchen und übler Geruch.

Bei Strahlpilz sieht der Strahl recht zerfurcht aus und besteht aus vielen Taschen. Der Pferdebesitzer bekommt den Eindruck, als würde sich der Strahl schälen. Dieses Problem betrifft nicht nur Pferde mit einem minderentwickelten Strahl in Folge von engen Hufen, sondern auch gut ausgebildete, kräftige Strähle. Ein feuchtwarmes Milieu begünstigt die Entstehung. Der Pilzbefall ist oft recht hartnäckig und wenn man aufhört ihn zu behandeln, weil mittlerweile alles gut ausschaut, dauert es nicht lange und alles ist beim Alten. Dieses Geschehen ist ganz gut mit dem Badezimmerpilz vergleichbar, der es sich in den Fugen der Kacheln gemütlich macht. Auch wenn man alles sichtrein geschrubbt hat bedeutet das noch lange nicht, dass der Pilz vollständig besiegt ist


Dysbiose und ein schwaches Immunsystem begünstigen Infektionen.

 

Sie sprechen in diesem Zusammenhang gleich mehrere Themen an. Eine wiederkehrende Pilzinfektion kann ein schwaches Immunsystem widerspiegeln. Also würde ich zunächst den dauerhaften Einsatz von Echinacea empfehlen.
Lapacho-Extrakt  (portugiesisch: Ipê-roxo, Pau d'arco) aus Südamerika wäre eine gutes Mittel im akuten Stadium der Pilzinfektion und wenn Sie sich sicher sind, daβ diese systemisch bedingt ist, dann sollten sie dieses Extrakt ebenfalls dauerhaft einsetzen.

Eine derartige Pilzinfektion kann auch durch eine Dysbiose begünstigt werden.Deshalb spielt die  Ernährung die wichtigste Rolle, denn sie sorgt für ein gleichbleibendes Milieu im Darm. Schon eine kleine Veränderung in der Fütterung kann das Gleichgewicht stören und von "gut" nach "pathogen" verschieben.
Wie Sie vieleicht wissen, leben im Darm Billionen von Bakterien, aber auch andere Arten von Mikroben, eingeschlossen Pilze. Es gibt eine steigende Anzahl von Hinweisen darauf, daβ die Fütterung von industriell hergestelten Futtermitteln das pathogene Wachstum im Darm fördert - also für ein Ungleichgewicht sorgt. Pilze nehmen überhand und die, für eine geregelte Verdauung so wichtigen, Bakterien sterben ab.
Flocken, extrudierte oder pelletierte Körner usw., all das sollte reduziert oder sogar ganz aus der Fütterung genommen werden und durch Rübenschnitzel, Reiskleie oder Luzerne-Pellets ersetzt werden. Einfacher Zucker, einschlieβlich Melasse, sollten auf jeden Fall gestrichen werden. Ich dachte eigentlich, dass der Zuckeranteil in Apfel und Karotte ziemlich niedrig ist, aber es kann Ihrem Wallach bestimmt auch nihct schaden, wenn sie diese eine zeitlang von der Futterliste streichen.
Der Einsatz von Ölen ist üblich, aber man muss sich bewusst sein, daβ groβe Mengen ebenfalls Entzündungen auslösen können.

Pre- und Probitika können bei der Fütterung auch sehr nützlich sein, um die Pilzinfektion in den Griff zu bekommen. Probiotika sind eine groβe Anzahl von gutartigen Bakterien, die den Darm druchfluten und sozusagen die Rolle von "Feuerlöschern" übernehmen. Die langsamer agierenden Prebiotika löschen dann die schwelende Glut. Prebiotika liefern den Nährboden für die gutartigen Bakterien und fördern deren Wachstum. Die Wirkung setzt etwas langsamer ein ( 7 - 10 Tage) hält aber auch nach Beendigung des Einsatzes im Futter noch lange an.

 

Selbstheilung durch "Kräuterinseln" weniger effektiv als Ernährungsumstellung.

 

Ihr Frage bezüglich des Anpflanzens von Kräutern auf der Weide ist ein wenig umstritten und es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Gutachten, was die Wirkung angeht.
Woher ein Tier instinktiv wissen soll, was gut für es ist, ist schwierig zu erklären. Es ist sehr wahrscheinlich, daβ Tiere dieses Wissen von anderen Tieren übernehmen oder durch Erfahrung lernen und nicht über einen angeborenen Instinkt verfügen.
Menschen sind genauso.  Wir wissen nicht von Geburt an, daβ Paracetamol z Bsp. gut für Kopfschmerzen ist. Wir lernen es von unseren Eltern, Ärzten und der Werbewelt. Ohne, daβ uns dieses Wissen von Anderen vermittelt wird, sind wir nicht in der Lage, zu entscheiden, welche von den vielen bunten Pillen gegen unser Kopfweh hilft.

In der freien Wildbahn lernen Pferde von der Herde. Das Wissen wird von den Müttern an Ihren Nachwuchs weitergegeben. Mit der Domestikation bestimmte der Mensch zunehmend Flora und Fauna, in der  sich die Herden bewegten, gab das Futter vor..
Heute leben unsere Pferde auf kleinen Paddocks, fressen, was wir Ihnen vorsetzten. Milchkühe werden nocht nichteinmal von ihren Mutterkühen groβgezogen! So kommt es, daβ die Wissensbasis der Herde als solches verlorengegangen ist, somit auch die Fähigkeit, sich selbst mit den richtigen Kräutern zu behandeln. Genauso sthet es mit dem Wissen darum, was man beser nicht fressen sollte, wehalb wir uns als Pferdehalter auch mit dem Thema Giftpflanzen auf der Weide so intensiv befassen müssen.

Wir haben uns selbst vor einigen Jahren mit der "Kräuterinsel" befasst, ohne sonderlichen Erfolg. Die Pferde frassen die Kräuter, die ihnen schmeckten, die waren dann auch ruckzuck weg und bald hattenw ir wieder die alte Vegetation der herkömmlichen Gräser an Ort und Stelle. Man muss diese also kontinuierlich nachsäen, was auch nicht ganz billig ist. Ein Saatguthersteller oder ein Fachhändler ist wahrscheinlich die beste Anlaufstelle, um eine geeignete Grünlandsaat für Ihr Pferd zu finden. In der letzten Zeit wurde da ja so Einiges in der Entwicklung getan. Hat man doch verstanden, daβ man Pferde nicht auf die "Zuckerweide" von Kühen stellen kann.
Auf unseren Koppeln haben wir eine Mischung aus gemeiner Wegwarte, Wegerich und Rotklee. Man kann diese Koppel einfach anlegen und wenn man sie nicht als 24 Stunden Dauerweide nutzt ist diese Mischung auch recht langlebig.

Eine endgültige Heilung ist also nur durch die konsequente Beseitigung der Ursachen (saubere Haltung, fachgerechte Hufpflege, passende Fütterung etc.) möglich.

 



Fragen und Antworten zu Pferdekraeutern